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Nachlese und Impressionen

100% (er)Leben! – Kampagne zur Suchtvorbeugung in Gelsenkirchen


Nach dem Erfolg der Vorjahre fand 2016 erneut die Kampagne „100% (er)Leben! – Kampagne zur Suchtvorbeugung in Gelsenkirchen“ unter Beteiligung verschiedener Akteure der Gelsenkirchener Suchtkrankenhilfe statt. Zentral für die Kampagne war die Einbindung der Suchtselbsthilfe in die verschiedenen Aktionen, die federführend von der Fachstelle für Suchtvorbeugung und der Stadt Gelsenkirchen koordiniert wurden. Die Schirmherrschaft übernahm der Präventionsrat der Stadt Gelsenkirchen mit Unterstützung des Oberbürgermeisters, Frank Baranowski, und der Polizeipräsidentin, Anne Heselhaus-Schröer.


Das Kampagnenkonzept ist auf eine nachhaltige Wirkung und eine breite Öffentlichkeit ausgelegt. Die Kampagne kombinierte sowohl massenkommunikative Elemente (Plakate, Radioauftritte, Presseberichte) mit personalkommunikative Elemente bei den verschiedenen Aktionen, die über zwei Wochen verteilt in ganz Gelsenkirchen stattfanden. Der Schwerpunkt der Kampagne lag auf den möglichen Ursachen der Suchtentwicklung sowie auf der Alkoholprävention vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Dies wurde mit unterschiedlichen Methoden, z.B. das Kinoseminar „Rausch und Realität“, Theaterstück „AlkoHölle“, dem Fußballturnier „Grau is alle Theorie…aber entscheidend is aufm Platz“ auf der Glück-Auf-Kampfbahn oder der Woche der Suchtselbsthilfe, den Gelsenkirchener Bürgerinnen und Bürgern vermittelt.


Die übergeordnete Zielsetzung der Kampagne war die Sensibilisierung der Gesamtbevölkerung für die tieferen Ursachen von Suchtverhalten, Stärkung der Persönlichkeit, die dem Missbrauch sowie der Abhängigkeitsentwicklung von Substanzmittelmissbrauch entgegenzuwirken. Besonderes Augenmerk lag zudem auf der Vernetzung der verschiedenen Institutionen in der Suchtkrankenhilfe und der Suchtselbsthilfe. Die allgemeinen Zielsetzungen der Kampagne sind die Vermittlung von Informationen über Sucht, deren Entstehung und Vorbeugung; das Aufzeigen von Alternativen zum Suchtmittelkonsum sowie die unterschiedlichen Angebote der Hilfe und Betreuung von Betroffenen sowie deren Angehörigen. Die Zielgruppen der Kampagne waren so vielschichtig wie von der Sucht Betroffenen selbst: Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene, Eltern, Multiplikator*innen, wie z.B. Lehrer*innen, und die Fachöffentlichkeit.


Am 04. Juli 2016 fand der große Aktionstag der Kampagne „100% (er)Leben!“ auf dem Heinrich-König-Platz in der Gelsenkirchener Innenstadt statt, der durch den Oberbürgermeister der Stadt Gelsenkirchen, Frank Baranowski, und die Polizeipräsidentin, Anne Heselhaus-Schröer, eröffnet wurde. An dem Aktionstag haben sich die unterschiedlichen Kooperationspartner*innen in Form von Infoständen präsentiert und auf ihre Arbeit aufmerksam gemacht. Neben den Aktionsständen der Selbsthilfegruppen, Beratungsstellen sowie der Polizei wurde ein Torwandschießen mit Erwin von „Schalke hilft!“ organisiert und fand vor allem unter den jungen Besucher*innen großen Anklang. Die Gesamtmoderation übernahm Lennart Hemme, der als Moderator von Radio Emscher-Lippe bekannt ist.


Im Laufe des Kampagnenzeitraums vom 04. Juli bis 08. Juli 2016 fanden im gesamten Gelsenkirchener Stadtgebiet 25 Aktionen statt, die von unterschiedlichen 47 Kooperationspartner*innen organisiert und durchgeführt wurden.


Folgende Aktionen waren Teil der Kampagne „100% (er)Leben!“:



  • Kinoseminar „Rausch und Realität“

Im Rahmen des Kinoseminars „Rausch und Realität“ zeigte die Fachstelle für Suchtvorbeugung die Filme „BenX“ und „Lauf um dein Leben – Vom Junkie zum IronMan“ in den Räumlichkeiten der Schauburg. Medienpädagogisch wurde das Seminar von Michael M. Kleinschmidt vom IKF Köln begleitet. Das Angebot richtete sich an Schulklassen, die sich über das Medium Film mit dem Thema „Sucht“ sowie „Darstellung von Sucht und Suchtmittelkonsum in Filmen“ kritisch auseinandersetzen wollten. Mit den insgesamt 3 Vorführungen wurden 175 Schülerinnen und Schüler erreicht.

  • Theaterstück „AlkoHölle“

Lena, 19, macht ein Praktikum in der Werbeagentur ihrer Tante Maxi. Sie ist allein im Büro, als der Auftrag einer Spirituosen-Firma hereinkommt. Sie nimmt ihn an. Ein neuer Alkopop soll beworben werden. Lena kennt sich aus - sie und ihre Clique trinken viel. Als Maxi jedoch von diesem Auftrag erfährt, lehnt sie ihn kategorisch ab: Alkohol wird von ihrer Agentur nicht beworben. Lena versteht nicht warum. Ein Streit entsteht und Lena erfährt eine weitere Geschichte.

Eine Theaterproduktion über Suchtmechanismen, Träume und Familiengeheimnisse. Mitreißend und lebendig, mit Live-Raps und Expertenwissen und anschließender Diskussionsrunde. Die Veranstaltung fand in den Räumlichkeiten der VHS Gelsenkirchen statt und richtete sich vor allem an die Vertreter*innen der Suchtselbsthilfe.

  • Fußballturnier „Grau is alle Theorie…aber entscheidend is aufm Platz!“

Die Fachstelle für Suchtvorbeugung veranstaltete erstmalig gemeinsam mit den niederschwelligen Hilfen der Drogenberatung Kontaktcentrum ein Fußballturnier, dessen Ziel es war, die unterschiedlichsten Menschen bei der „schönsten Nebensache der Welt“ in Kontakt zu bringen. Am 06.07.2016 haben neun Mannschaften aus anderen niederschwelligen Einrichtungen, Kontakt- und Beratungsstellen, Schulen und der Polizei an dem Turnier teilgenommen. Den ersten Platz belegte die Bereitschaftspolizei des Polizeipräsidiums Gelsenkirchen.

  • Cannabis-Parcours

In Kooperation mit der Hauptschule an der Grillostr. führte die Fachstelle für Suchtvorbeugung zweimal den Cannabis-Parcours durch. Ziel dieses interaktiven Mediums ist es bei den teilnehmenden Schüler*innen ein Bewusstsein für die Wirkung, die Motive und die Risiken in erlebnispädagogischer Form zu wecken.

  • Aktionswoche der Selbsthilfegruppen und Expert*innen in eigener Sache“

Es gibt in Gelsenkirchen eine Vielzahl von Selbsthilfegruppen, die innerhalb des Suchthilfenetzes ein unentbehrlicher Baustein sind. Die Aktionswoche ermöglichte es interessierten Bürger*innen die Vielfalt dieser Selbsthilfegruppe kennenzulernen.

Für 2017 ist eine Weiterführung der Kampagne „100% (er)Leben!“ in Form eines Aktionstages geplant.