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Individuelle Durchführungsplanung

Bereits während der stationären oder ganztägig ambulanten Rehabilitationsmaßnahme nimmt der/die Rehabilitand*in gemeinsam mit seinem/seiner Bezugstherapeut*in Kontakt zu unserer Einrichtung auf, um sich über den Ablauf sowie die Aufnahme der ambulanten Nachsorge zu informieren. Entscheidet sich der/die Rehabilitand*in für die ambulante Nachsorge muss ein kurzes Bewerbungsschreiben (Sucht- und Lebenslauf) verfasst werden. Nach Prüfung der Unterlagen erfolgt ein erstes Gespräch, in dem der/die Rehabilitand*in gemeinsam mit dem/der Mitarbeiter*in der Einrichtung die individuelle Zielplanung für die Nachsorge bespricht sowie die Motivation für die Nachsorgebehandlung geklärt wird.

Um die Nahtlosigkeit der Rehabilitationsmaßnahmen zu gewähren, ist eine enge Kooperation mit den jeweiligen Rehabilitationseinrichtungen notwendig. Von dieser muss die Mitteilung des Entlasstermins sowie die zeitnahe Zusendung des Entlassberichtes gewährleistet werden. Sobald dies vorliegt und ein weiteres Gespräch zwischen dem/der Rehabilitand*in und dem/der Mitarbeiter*in stattgefunden hat, um die bereits erstellte Zielplanung zu konkretisieren, erfolgt die Teilnahme an der ambulanten Nachsorge.

Vorgesehen ist die wöchentliche Teilnahme an den Gruppensettings und einmal pro Monat ein Einzelsetting. Sollte eine Krisenintervention nötig sein, kann das Einzelsetting zweimal pro Monat in Anspruch genommen werden.

Ziel der Gruppensettings ist die Fortführung der bereits erarbeiteten Strategien zur Konfliktlösung sowie Umgang mit Stresssituationen, um einen Rückfall in alte Verhaltensmuster zu vermeiden. Zudem steht die Bearbeitung des Suchtdrucks im Fokus dieses Settings, da der tägliche Kontakt mit bekannten Situationen, in denen vor der Rehabilitationsmaßnahme konsumiert wurde, als riskant einzuschätzen ist und durch die Erarbeitung von z.B. Freizeitalternativen minimiert werden kann. Dies geschieht in der Auseinandersetzung mit der Gruppe.

In den Einzelsettings steht die berufliche Reintegration sowie die Prüfung weiterer Teilhabeleistungen, u.a. Vermittlung in die Leistungen nach §§ 53, 54 SGB XII, im Vordergrund. In enger Zusammenarbeit mit den zuständigen Fallmanager*innen bzw. Persönlichen Ansprechpartner*innen beim IAG werden die Möglichkeiten geprüft, den Teilnehmer*in wieder in die Erwerbstätigkeit zu vermitteln. Dies muss individuell geprüft werden und gemäß der individuellen Möglichkeit umgesetzt werden. Die Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt ist zunächst nachrangig, im Vordergrund stehen eher arbeitsmarktpolitische Instrumente, wie die Maßnahmen nach §16d SGB II zur Tagesstrukturierung.

Ca. 4 Wochen vor dem Ende der Bewilligung der ambulanten Nachsorge erfolgt ein Reflexionsgespräch, in dem die zu Beginn erstellte Zielplanung besprochen wird und geklärt wird, ob eine Verlängerung der Maßnahme um weitere 20 Termine notwendig bzw. zielführend ist. Sollte weiterhin Bedarf von Seiten des/der Rehabilitand*in bestehen und aus fachlicher Sicht dieser Bedarf vertretbar ist, wird ein Verlängerungsantrag bei zuständigen Kostenträger gestellt.