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Pilze

Die Pilze werden roh gegessen oder als Sud gepresst. Manchmal werden die Pilze auch in Alkohol eingelegt oder in Öl gebraten verzehrt.

Berichte über das Rauchen psilocybinhaltiger Pilze sind zwiespältig; einige berichten von einem schnellen Wirkungseintritt, während andere keinerlei Rauchwirkung feststellen konnte.

Wie bei allen Drogen, die dem LSD ähnlich sind, hängen die Effekte von der verwendeten Menge, der Persönlichkeit des Konsumenten und den äußeren Umständen unter denen die Droge genommen wurde  ab.

Wirkung

Nach einer halben bis ganzen Stunde offenbart sich dem Konsument eine Art Traumzustand, der als euphorisierend und angenehm empfunden wird. Es kann vorkommen, dass ein Konsument während des Rausches einschläft, da die Wirkung des Pilzen den Antrieb - im Gegensatz zu LSD - eher vermindert.

Es kann eine Intensivierung von Farben, Halluzinationen und ein Gefühl des Wohlbefindens auftreten.

Diese Halluzinationen können je nach Dosis intensiver werden und dreidimensionalen Charakter annehmen. Das heißt, der Konsument sieht plastisch vor sich Gesichter, Landschaften oder Bilder. Teilweise wird von einer Art unsichtbaren Begleiter berichtet, den man spürt und der als beruhigend aber auch als angstfördernd und beunruhigend beschrieben wird. Angstzustände, Verfolgungswahn und Panikattacken können die Folge sein.

In kleinen Mengen können Pilze ein Gefühl von gelöster Entspanntheit, nicht unähnlich dem Gefühl bei Haschisch, erzeugen. Vergleiche mit einem intensiven Haschischrausch wurden von einigen Usern berichtet.

Die zeitliche Wahrnehmung wird stark verschoben, das heißt fünf Minuten können einem wie eine Stunde und eine Stunde wie fünf Minuten vorkommen.

Unfälle durch Fehlreaktionen auf nicht als solche erkannte Sinnestäuschungen und Halluzinationen (Verfolgungswahn und Angstzustände).

Bei hohen Dosen geht die Realitätskontrolle verloren und der Konsument kann nicht mehr auf sein eigenes Tun und Handeln achten und direkten Einfluss nehmen. Selbst- oder fremdverletzende Reaktionen während eines solchen Rausches treten eher selten auf.

Langzeitfolgen

Körperliche Schäden durch den Konsum von Pilzen sind bisher noch nicht bekannt. Bei Dauerkonsum wird man psychisch ausgelaugt und es entwickelt sich, wie bei fast allen Drogen, eine Toleranz gegenüber dem Wirkstoff. Das heißt, der Pilz wirkt nicht mehr in den Dosen, in den man ihn sonst eingenommen hat.
Eine physische Abhängigkeit ist jedoch nicht bekannt.

Fliegenpilz

Fliegenpilz (Amanita muscaria): Welche Inhaltsstoffe genau und in welcher Weise für die berauschende Wirkung des Pilzes verantwortlich sind, ist auch heute noch nicht völlig geklärt. Der Fliegenpilz ist im Gegensatz zum tödlichen Knollenblätterpilz (Amanita phalloides) nicht sehr giftig.
Sein Verzehr löst neben Übelkeit, Schwindel und Schläfrigkeit Euphorie und lebhafte Halluzinationen aus. Raum- und Zeitvorstellung, Sprache, Denken und das Gefühl für Dimensionen werden verändert.
Größere Mengen von Fliegenpilz führen zu schweren Vergiftungen mit Muskelkrämpfen und Verwirrtheit, sie können (zusammen mit anderen Drogen oder Giften) auch tödlich sein.

Der Fliegenpilz gehört mit zu den ältesten Rauschmitteln unserer Breiten. In nordischen Ländern, wo er selten wächst, war er zeitweilig Zahlungsmittel für Rentiere. Inzwischen ist auch dort Alkohol einfacher und billiger zu beschaffen.

Psilocybinhaltige Pilze

Zu diesen Rausch erzeugenden Pilzen gehören zum Beispiel Nanacatl und Teo-Nanacatl, beide aus Südamerika / Mexico, der Spitzkeglige Kahlkopf (Psilocybe semilanceata), Europa.

Das Alkaloid Psilocybin, der hauptsächliche Wirkstoff in dieser Pilzgruppe, ist ein typisches Halluzinogen, das vorübergehende Wahnideen erzeugt. Diese halten aber nur relativ kurze Zeit an (4 bis 6 Stunden), so dass Psilocybin in der Forschung Anwendung fand (Erforschung von Wahnzuständen).
Frederic Vester stellte 1996 fest, dass Versuchspersonen ohne Mühe verstümmelte Texte rekonstruieren und verstehen konnten. Im Gegensatz zu LSD als "kalte, gnadenlose Droge" wird die Wirkung von Psilocybin als "relativ sanft und gesellig" empfunden.

Es sind zwar keine schwerwiegenden körperlichen Gefahren bekannt, trotzdem können wie bei allen Halluzinogenen Psychosen ausgelöst werden. "Bad trips" sind möglich und es tritt rasch eine Gewöhnung mit dem Verlangen nach immer höheren Dosen ein.

Inkas, Azteken und auch spätere Kulturen Südamerikas benutzten Teo- Nanacatl und Nanacatl als sakrale Droge zum Beispiel für die Seelenreisen der Schamanen und bei rituellen Festen. Auch heute noch versetzen sich mexikanische und südamerikanische Curanderas (HeilerInnen) mit Psilocybe in Trance. In Europa entdeckte man den wild wachsenden Spitzkegligen Kahlkopf als Rauschmittel.

Besitz, Verkauf und Herstellung von Psilocybin und psilocybinhaltigen Pilzen sind ohne Sondergenehmigung illegal. Besitz und Weitergabe mit dem Ziel, sich oder andere zu berauschen, ist illegal.

Mutterkorn

Mutterkorn (Claviceps purpurea) ist ein Kleinpilz, der als Schmarotzer auf Getreideähren wächst. Seine Wirkung geht von der Lysergsäure aus - einem Ausgangsstoff für LSD.

Der Mutterkornpilz verursacht Vergiftungen: Krämpfe und Durchblutungsstörungen bis hin zum Absterben von Gliedmaßen, geistige Veränderungen (durch gestörte Gehirndurchblutung), auch Fehlgeburten sind möglich. Seine Inhaltsstoffe werden in Medikamenten verwendet. Als Rauschmittel ist er eher ungeeignet.

Im frühen Mittelalter traten Mutterkornvergiftungen durch verunreinigtes Getreide - damals als unerklärliche Epidemien (Kriebelkrankheit und Antoniusfeuer) -auf. 1691 wurden in Salem/Massachusetts junge Frauen als Hexen verurteilt. Sie hatten Zeichen von Besessenheit gezeigt, die - wie man heute annimmt - Auswirkung einer Mutterkornvergiftung waren.
1938 wurde von A. Hofmann LSD 25 auf der Basis von Lysergsäure aus dem Mutterkorn im Labor hergestellt.