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Methoden zur Alkohol- und Cannabisprävention

Methodenkoffer Alkohol

Im März 2012 stellten die Landeskoordinationsstelle NRW „ginko – Stiftung für Prävention“ und die Drogenhilfe Köln den „Methodenkoffer Alkohol“ den Prophylaxefachkräften in NRW vor. Mithilfe der unterschiedlichen Methoden als Inhalt in dem Methodenkoffer kann das Thema „Alkoholprävention“ sehr differenziert und zielgruppenspezifisch in verschiedenen Kontexten gestaltet werden. So bietet zum einen das Alkoholquiz die Möglichkeit, das Hintergrundwissen zur Substanz Alkohol auf spielerische Art zu erweitern. Auf der anderen Seite ist mithilfe des Films „Du fehlst!“ eine Diskussion mit vor allem älteren Schüler*innen über die Themenkomplexe „Alkohol, Drogen und Straßenverkehr“ sowie „Freundschaft und Umgang mit Verlusten“ möglich.

Ziele des Methodenkoffers Alkohol

  • Vermittlung einheitlicher und damit glaubwürdiger Informationen und Präventionsbotschaften mithilfe unterschiedlicher, altersgruppenspezifischer Methoden,
  • Stärkung des Nichtkonsums und Förderung einer kritischen Haltung zum Alkoholkonsum (z.B. Umgang mit Alkohol im Straßenverkehr),
  • Informationen über den Suchtverlauf anhand lebenspraktischer Beispiele.

Zielgruppen

  • Kinder und Jugendliche im Alter von 13 bis ca. 18 Jahren,
  • Lehrkräfte, um das Thema Alkoholprävention eigenständig im Unterricht mithilfe unterschiedlicher Methoden gestalten zu können,
  • Sozialpädagogische Fachkräfte und Personen, die im täglichen Kontakt mit Jugendlichen stehen und die Methoden z.B. in Form von Gruppensitzungen zum Thema Alkohol einsetzen

Der „Methodenkoffer Alkohol“ wird regelmäßig von den Schulen für die Suchtvorbeugung bei der Fachstelle ausgeliehen. Für das Jahr 2017 bietet die Fachstelle für Suchtvorbeugung erneut weitere Multiplikator*innenschulungen an. Diese werden von den ausgebildeten Fachkräften an den verschiedenen Schulen oder Institutionen durchgeführt.

Koffer „KlarSicht“ der BZgA

Der KlarSicht-Mitmach-Parcours der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ist seit vielen Jahren bei Schulen in Deutschland beliebt, um Suchtprävention zu den Themen Tabak und Alkohol spielerisch und altersgerecht zu vermitteln. Die Nachfrage war zuletzt so groß, dass Anfragende lange Wartezeiten in Kauf nehmen mussten. Um dem hohen Bedarf zu begegnen, hat die BZgA eine Koffervariante des Parcours entwickelt.

Wie der große Parcours, besteht der KlarSicht-Koffer aus verschiedenen Mitmach-Stationen, an denen sich Schülerinnen und Schüler ab zwölf Jahren auf einfache und interaktive Art über die Risiken von Nikotin und Alkohol informieren können. Der KlarSicht-Koffer ist auf Wirkung und Akzeptanz hin evaluiert.

Suchtpräventionsfachkräfte, Lehrkräfte und andere Nutzerinnen und Nutzer können mit dem KlarSicht-Koffer eigenständig, kontinuierlich und nachhaltig Veranstaltungen in Schulen und in der Jugendarbeit durchführen.

Für die Arbeit mit dem KlarSicht-Koffer wird seitens der BZgA eine im Vorfeld stattfindende Schulung empfohlen, um eine praxisorientierte Einführung in die Arbeitsweise mit dem „KlarSicht-Koffer“ zu erhalten.

In 2016 wurde das Angebot im Arbeitskreis Suchtprävention den Teilnehmer*innen vorgestellt. In 2017 ist eine Schulung für die Lehrer*innen und Sozialarbeiter*innen geplant, damit diese den Koffer als weitere Präventionsmethode einsetzen können.

 

 

Cannabisparcours

Der MitmachParcours „Cannabis - Quo Vadis?” für Jugendliche ab 14 Jahren will über die Wirkungen und Suchtpotenziale des illegalen Suchtmittels Cannabis informieren und eine kritische Haltung dazu fördern. Das interaktive Angebot soll Jugendliche dabei unterstützen, Risikokompetenz zu erwerben und verantwortungsbewusst zu handeln.

Die Stationen

  1. Informationen zu Cannabis - was weißt du schon darüber?
  2. Cannabis im Straßenverkehr (Rollenspiel mit Rauschbrillen)
  3. Konsumerfahrungen mit Cannabis - Vermittlung realistischer Zahlen
  4. Lebenspläne, Ziele und Wünsche (Biografiearbeit)
  5. Beziehung zu den Eltern
  6. Umgang mit problematischem Konsum in der Klasse (Rollenspiel)

Ziele:

  • die verständliche, altersgerechte Vermittlung von Wissen zu allen relevanten Aspekten rund um den Cannabiskonsum
  • die Reflexion des eigenen Verhaltens
  • einen eigenständigen und verantwortungsvollen Umgang mit Suchtmitteln zu fördern
  • Nichtkonsument*innen in ihrer Haltung zu bestärken
  • Auseinandersetzung mit der eigenen Biografie zu fördern, indem die Rolle des Cannabiskonsums mit Lebensentwürfen fiktiver Personen in Zusammenhang gestellt wird
  • mit Jugendlichen soziale Folgen des Cannabiskonsums zu reflektieren
  • Entscheidungshilfen für gesundheitsförderliches Verhalten anzubieten
  • über Wirkungen und Suchtpotenziale aufzuklären
  • für Schutzmechanismen zu sensibilisieren