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Peer-Projekt "Fahrschulen"

Ab August 2008 gibt es in Gelsenkirchen das Projekt "Peers an Fahrschulen". Für das Projekt ist eine Laufzeit von drei Jahren geplant (inkl. dauerhafter Etablierung). Es wird gemeinsam mit der Polizei Gelsenkirchen und der Stadt Gelsenkirchen, unter der Schirmherrschaft des Präventionsrates Gelsenkirchen (PräGe) durchgeführt. Die Koordinationsstelle Sucht des Landschaftsverbandes Westfalen Lippe begleitet das Projekt überregional.

Ausgangssituation

Mit dem Erhalt des Führerscheins ist für junge Menschen der Beginn eines neuen Lebensabschnittes verbunden, wobei der Führerschein ein wichtiger Schritt zum Erwachsensein ist. Der Konsum von psychoaktiven Substanzen - insbesondere Alkohol und Cannabis - birgt bei der aktiven motorisierten Teilnahme am Straßenverkehr ein besonderes Gefahrenpotential. Deshalb muss zwischen „Drogenkonsum aller Art“ und Fahren zuverlässig getrennt werden. Suchtprävention und Verkehrssicherheitsarbeit verfolgen in diesem Zusammenhang die gleiche Zielsetzung, wobei die Altersgruppe der 16 – 24jährigen eine besondere Aufmerksamkeit erfahren muss.

Vor Erhalt des Führerscheins sollte eine gründliche Reflexion des eigenen Konsums Drogen aller Art erfolgen, so dass alle FahranfängerInnen gut auf die Situationen, in denen zwischen Konsum und Fahren getrennt werden muss, vorbereitet sind.

Die Peers

Junge Menschen, die selber auch zur Gruppe der „jungen FahrerInnen“ gehören, werden in Grundlagenseminaren von Fachkräften zu PEERS ausgebildet. Inhalte dieser Grundlagenseminare sind – neben Fachvorträgen und Reflexionen der Fahrschul- und Fahranfängerzeit sowie des eigenen Umgangs mit dem Trink-Fahr-Konflikt – auch die Entwicklung und Erprobung einer PEER-Einheit. Die geschulten PEERS werden in Koordinationstreffen betreut und können sich austauschen. Es werden Standards für ein PEER-Einheit abgeleitet.

Inhalt

Nach dieser Ausbildung gestalten sie Gesprächsrunden (PEER-Einheiten) zum Schwerpunkt „Alkohol und Drogen im Straßenverkehr“ in Fahrschulen. In 60 – 90minütigen PEER-Einheiten werden von jeweils zwei PEERS Gesprächsrunden moderiert, in denen mit den FahrschülerInnen die Problematik Alkohol und Drogen im Straßenverkehr behandelt wird. Inhalte sind dabei:

  • Problemdarstellung und Wissensvermittlung (Unfallzahlen, gesetzliche Bestimmungen, Promillegrenzen, Zeitungsartikel, Stoffkunde)
  • Erfahrungsaustausch (Was haben die FahrschülerInnen oder PEERS schon alles erlebt?)
  • Herausarbeiten von Konfliktsituationen (Wo und wann treffen Alkohol- / Drogenkonsum mit Autofahren zusammen?)
  • Vorbereitung auf diese Situationen „in neuer Rolle“ (Was verändert sich mit dem Führerschein?)
  • Finden von Strategien und Möglichkeiten zur Vermeidung von Rauschfahrten