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Was ist, wenn mein Kind ...

Nicht nur die harten Drogen wie Heroin und Kokain sind auf dem Vormarsch. Auch der Alkohol - dessen Gefährlichkeit nach wie vor unterschätzt wird - macht immer mehr Kinder und Jugendliche krank und süchtig. Schließlich geht es hier nicht nur um stoffgebundene Süchte, sondern auch um die, die zumeist außer acht gelassen werden. Wir sprechen hier von Suchtverhaltensweisen, wie Spiel-, Kauf-, Ess-, Mager- bzw. Fresssucht.

Ist diese Entwicklung tatsächlich nicht mehr zu stoppen? Und können wir wirklich nichts dagegen tun, dass immer mehr Kinder und Jugendliche süchtig werden?

Es wird heute von vielen Erwachsenen beklagt, daß Kinder und Jugendliche keine vernünftigen Lebensziele hätten und in ihrem Leben keinen Sinn sehen würden. Diese innere Leere versuchten sie dann durch Suchtmittel zu überwinden. Zweifellos greift eine solche Erklärung wissenschaftlich zu kurz. Trotzdem ist sie nicht einfach von der Hand zu weisen.

 

Aktiv gegen Sucht - so früh wie möglich
Es hat keinen Sinn, nur die Herstellung und Verteilung von Drogen verhindern zu wollen. Das wird in absehbarer Zeit nicht gelingen.
Außerdem gibt es weiterhin legale Rauschmittel wie z. B. Alkohol 'im Laden um die Ecke' zu kaufen. Stattdessen müssen die Anstrengungen verstärkt darauf gerichtet werden, die Entstehung und Entwicklung von Sucht zu stoppen.
Es geht also in erster Linie nicht um die Bekämpfung von Drogen, sondern um die Verhinderung von Sucht.

Die beste Methode Sucht zu verhindern, ist nicht Behandlung, sondern Vorsorge!
Man weiß inzwischen, dass eine erfolgreiche Vorsorge gegen Sucht sehr viel früher beginnen kann und soll, als man bisher vermutet hat.
Wichtig ist also nicht nur die Behandlung (Therapie), sondern vor allem auch eine frühe Vorsorge (Prävention) gegen Sucht. Ein Patentrezept gegen Sucht gibt es jedoch leider nicht.

Ob ein Mensch später süchtig wird oder nicht, hängt danach bis zu einem gewissen Grad von den Umständen und der Entwicklung seiner Kindheit ab. Denn hier werden zum ersten Mal die Weichen gestellt, die über den weiteren Lebensweg entscheiden. Solche Weichenstellungen erfolgen vor allem in Phasen des Umbruchs: mit Eintritt in den Kindergarten, mit Beginn der Schule, dem Einsetzen der Pubertät.

Alle bisher durchgeführten Langzeitstudien weisen in dieselbe Richtung:
Bei Kindern, die seelisch gesund und zufrieden sind, ist das spätere Suchtrisiko geringer.
Umgekehrt zeigen Kinder, lange bevor sie süchtig werden, deutliche Warnsignale.
Auf diesen Erkenntnissen baut eine frühe Vorsorge auf.