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Café KontaktCentrum

Das Café KontaktCentrum steht Konsument/innen illegaler, wie auch legaler Drogen als Treff- und Ruhepunkt zur Verfügung. Mitgebrachte alkoholische Getränke können hier maßvoll konsumiert werden. Für Cafebesucher besteht die Möglichkeit in alle komplementären Angedote des Suchthilfesystems vermittelt zu werden. Dazu gehören auch Leistungen anderer Träger, die nicht in unserer Einrichtung angeboten werden. 

In diesem Rahmen bieten wir täglich an:

  • jeden Donnerstag kostenloses Mittagessen
  • Preiswertes Frühstück und Getränke
  • Dusche, Waschmaschine, Spritzentausch und Kleiderkammer
  • Telefon-, Fax- und eMail-Service
  • postalische Anmeldung für Wohnungslose
  • Krafttraining
  • TV-Angebot
  • PC- und Kochkurse für Kunden
  • Grillen, Kino, Ausflüge und weitere Freizeitangebote
  • Vermittlung in alle komplementären Angebote des Suchthilfesystems

WAZ | 12.10.2018 | Seite 13

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Die Drogenberatung ist umgezogen

Das Café des Kontaktcentrums ist seit Anfang Oktober an der Ringstraße 91. Die Räume sind kleiner, aber optisch freundlicher gestaltet. Die neue Adresse hat sich noch nicht bei allen herumgesprochen

Inge Ansahl

Altstadt. Die Anschrift Liboriusstraße 37 war gestern: Die Drogenberatung Kontaktcentrum ist umgezogen – das Büro zur Weberstraße 77, das Café zur Ringstraße 91.

Der Grund für den Umzug ist recht schnell erzählt: Nach dem Eigentümerwechsel am ehemaligen Domizil in Schalke schnellte die Miete in eine Höhe, die für die Drogenberatung nicht mehr tragbar war. Also habe man sich, sagt Sozialarbeiter Jürgen Gayk, der Fachbereichsleiter für niederschwellige Angebote des Kontaktcentrums, auf die Suche nach einer neuen Immobilie gemacht. Eine wichtige Bedingung dabei: „Die Räume müssen in der Nähe der Innenstadt sein.“ Das Team von Munevera Ackermann, der Drogenberatungsleiterin, wurde fündig, musste sich räumlich allerdings verkleinern.

Er mag seine Arbeit: Dipl.-Sozialarbeiter Jürgen Gayk, Fachbereichsleiter niederschwellige Angebote der Drogenberatung. Foto: Olaf Ziegler

Während das Büro Anfang September zur Weberstraße 77 wechselte, hat das Café an der Ringstraße 91 am 1. Oktober offiziell eröffnet. „Viele Klienten hängen immer noch vor der alten ‘Drob’ rum,“ sagt Gayk. Aber das werde sich ganz sicher step by step auch wieder einpendeln. „Im alten Café waren täglich 40 bis 45 Leute.“ Die Raucher unter ihnen werden sich an eine Neuerung gewöhnen müssen: Das neue Café hat nämlich eine Raucherzelle oder, wie Gayk schmunzelnd anmerkt, „Smoking Corner“. Was nichts anderes ist als ein kleiner, vollverglaster Raum mit Dunstabzug an der Decke. Alle anderen Angebote bleiben. So darf Alkohol in Maßen konsumiert werden. Es gibt selbst gekochtes Essen und immer die Möglichkeit zum Gespräch. Auch der große Flachbildfernseher hängt schon an der Wand. „Wir haben nach wie vor Sky.“ Heißt: Samstagnachmittags ist Fußball angesagt. Pech nur, wenn der Anstoß auf Schalke oder bei Auswärtsspielen der Königsblauen erst um 18.30 Uhr erfolgt... Apropos: Tipp-Kick wird weiter angeboten, die Experten am Saisonende geadelt.

Was aber heißt „niederschwelliges Angebot“ im Alltagsleben des Cafés und des suchtkranken Klientels? Der 57-jährige Gayk zählt auf: Besucher dürfen hier bei Bedarf ihre Wäsche waschen, sie bekommen Mittagessen, werden, wenn gewünscht, zum Amt begleitet oder können ihre Freizeit hier verbringen. Und ja, auch die kleine Umzugshilfe findet im ein oder anderen Fall statt. Oder ein Sofa wird von A nach B kutschiert.

Seit über 25 Jahren macht Jürgen Gayk seinen Job, war auch schon im Fachbereich ambulant betreutes Wohnen der Drogenberatung im Einsatz. Er sagt: „Ich habe gelernt, die Ziele runterzuschrauben. Ich freue mich über jeden hier, der sein Leben halbwegs auf die Reihe kriegt, der heute Abend geht und morgen mit ‘Hallo’ wieder kommt.“