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Substitutionsbehandlung

Die Versorgung bzw. Behandlung Drogenabhängiger mit Drogenersatzstoffen wie zum Beispiel Methadon wird als Drogensubstitution oder Substitutionstherapie bezeichnet.

Schwer Abhängige sollen durch die Substitutionsprogramme gesundheitlich und sozial stabilisiert werden, damit die eigentliche Entwöhnung von der Drogensucht folgen kann.

Bedeutung der Substitutionsbehandlung

Die medikamentengestützte ambulante Therapie als eine Form der Behandlung der Drogenabhängigkeit hat sich auch in Deutschland durchgesetzt.
Im Jahr 2000 wurden in Deutschland ca. 46.300 Drogenabhängige substituiert. Nach wie vor umstritten ist, ob die Hürden vor dem Eingang zur Substitutionsbehandlung hoch oder niedrig sein sollen.

Wir sehen in einer qualifizierten Substitutionsbehandlung einen unverzichtbaren Bestandteil der Drogenhilfe und zwar als niederschwelliges Angebot. Eine qualifizierte Substitutionsbehandlung ist in Verbindung mit anderen niederschwelligen Angeboten ein Mittel, die Gruppe der Drogenabhängigen anzusprechen, die vom Drogenhilfesystem bisher noch nicht oder nicht mehr erreicht wird.

Die qualifizierte Substitutionsbehandlung hat zum Ziel, dem Drogenabhängigen den Ausweg aus dem Drogenkreislauf (Konsum, Beschaffungsdruck, Kriminalität, Bestrafung, gesundheitliche und soziale Verelendung) zu öffnen, ohne sich schon für dauerhafte Abstinenz entschieden zu haben. Die qualifizierte Substitution soll diese Entwicklungsrichtung anstoßen, fördern und stabilisieren. Wenn dieses Ziel nicht erreicht wird, so ist das kein Argument gegen den Grundgedanken dieser Behandlungsform, sondern der Tatsache geschuldet, daß notwendige begleitende Hilfen wie die psychosoziale Begleitung oder Beschäftigungprogramme usw. nicht ernst genommen werden. Sie sind entweder unterfinanziert oder erforderliche finanzielle Mittel stehen überhaupt nicht zur Verfügung. Z. B. lehnen es die Krankenkassen beharrlich ab, die psychosoziale Begleitung zu finanzieren.

Substitution, die die Aspekte der sozialen Integration vernachlässigt, wird die weitere Verelendung der Drogenkonsumenten nicht ausreichend korrigieren können. Darum ist die psychosoziale Begleitung in diesem Ansatz unerläßlich. Deren Notwendigkeit wird heute kaum noch bestritten. Empirische Untersuchungen (Dole und Nyswander 1967, Ball und Ross 1991) bestätigen, daß die Qualität der Substitutionsbehandlung wesentlich von psychosozialen Begleitmaßnahmen abhängt.

Einstieg in die Substitution

Vor Beginn der Behandlung

  • Gespräch mit Arzt und Drogenberatungsstelle
  • Abklärung, ob Substitutionsbehandlung oder eine andere Form der Therapie angezeigt ist.
  • Begründung der Behandlung. Dabei müssen auch Aspekte erwogen werden, die evtl. gegen eine Behandlung sprechen. Entscheidung, welches Substitut angewendet wird.
  • Klärung der Frage, wer die psychsoziale Begleitung übernimmt.
  • Fachärztliches Gutachten, soweit erforderlich.

Bei Beginn der Behandlung

Die Aufnahme der Behandlung muß dem Kostenträger (Krankenkasse / Sozialamt) und der Kassenärztlichen Vereinigung unverzüglich mitgeteilt werden. Anschließend folgt die Erstellung eines individuellen Therapieplans, welcher folgendes enthält:

  • Die zeitliche und qualitative Festlegung der Therapieziele. Eine Überbrückungssubstitution zur Überbrückung der Wartezeit bis zum Beginn einer weiterführenden Maßnahme (Entgiftung, stationäre Therapie) oder Langzeitsubstitution mit dem Ziel der Entkriminalisierung und Stabilisierung der gesundheitlichen und sozialen Lebenssituation.
  • Die Auswahl und die Dosierung des Substitutionsmittels
  • Ein Dosierungsschema, das ggf. auch die Art der Reduktion und den Zeitplan des allmählichen Absetzens des Substitutionsmittels festlegt
  • sowie die im Einzelfall erforderlichen psychosozialen Betreuungsmaßnahmen und / oder ggf. psychiatrische und psychotherapeutische Behandlungsmaßnahmen.
  • Abschluss eines Behandlungsvertrages unter Einbeziehung von Substituiertem, Arzt und Drogenberater.