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Psychosoziale Begleitung

Wir sehen in einer qualifizierten Substitutionsbehandlung einen unverzichtbaren Bestandteil der Drogenhilfe und zwar als niederschwelliges Angebot.

Die qualifizierte Substitutionsbehandlung hat zum Ziel, dem Drogenabhängigen den Ausweg aus dem Drogenkreislauf (Konsum, Beschaffungsdruck, Kriminalität, Bestrafung, gesundheitliche und soziale Verelendung) zu öffnen, ohne sich schon für dauerhafte Abstinenz entschieden zu haben. Die qualifizierte Substitution soll diese Entwicklungsrichtung anstoßen, fördern und stabilisieren. Wenn dieses Ziel nicht erreicht wird, so ist das kein Argument gegen den Grundgedanken dieser Behandlungsform, sondern der Tatsache geschuldet, dass notwendige begleitende Hilfen wie die psychosoziale Begleitung oder Beschäftigungsprogramme usw. nicht ernst genommen werden.

Substitution, die die Aspekte der sozialen Integration vernachlässigt, wird die weitere Verelendung der Drogenkonsumenten nicht ausreichend korrigieren können. Darum ist die psychosoziale Begleitung in diesem Ansatz unerlässlich. Deren Notwendigkeit wird heute kaum noch bestritten. Empirische Untersuchungen (Dole und Nyswander 1967, Ball und Ross 1991) bestätigen, dass die Qualität der Substitutionsbehandlung wesentlich von psychosozialen Begleitmaßnahmen abhängt.

Psychosoziale Begleitung dient der Unterstützung der ärztlichen Behandlung.

Einerseits leistet psychosoziale Begleitung einen Service für die ärztliche Behandlung, andererseits stellt die ärztliche Behandlung das Fundament her, auf dem die betreuerische bzw. therapeutische Arbeit in ihrer langfristigen Konzipierung ruht.

Umfang und Inhalt der Leistungen bezogen auf den Bereich Sucht/Substitution/Beikonsum  

  • Hilfe beim Aufgeben polytoxikomaner Konsummuster und riskanter Applikationsformen
  • Beratung zur persönlichen Hygiene, Ernährung und Infektionsprophylaxe
  • Hilfe bei der aktuellen Realitätsbewältigung unter Berücksichtigung suchtspezifischer Verhaltensmuster und biographischer Besonderheiten
  • Hilfe zur Reduzierung von und zum Verzicht auf Beikonsum, zur Vermeidung von Suchtverlagerung (Alkohol-/ Medikamentenmissbrauch)und zur Überwindung der süchtigen Lebensweise
  • Hilfe bei der Verhütung bzw. Bearbeitung von Rückfällen
  • Hilfe bei der Herstellung von Distanz zur Drogenszene, beim Ausstieg aus der Prostitution und aus kriminellen Betätigungen
  • Hilfe zur Klärung strafrechtlicher Situationen und Vermittlung von Rechtsberatung
  • Entwicklung einer drogen- (auch substitut-)freien Lebensperspektive
  • Hilfe zur Verfestigung einer Motivation zur Drogen- und/oder Substitutabstinenz
  • Motivierung zur Inanspruchnahme notwendiger medizinischer, psychiatrischer und /oder psychotherapeutischer Hilfen
  • Hilfe bei der Aufnahme von persönlichen und sozialen Kontakten außerhalb der Drogenszene